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Release: eine Schleife der Verstärkung

  • Autorenbild: Nelia
    Nelia
  • 25. Okt. 2024
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 26. Okt. 2024

Wie wirkt sich eigentlich das Veröffentlichen meiner Musik auf die nachfolgende Kreativität aus? Neben dem unfassbar befreienden Gefühl, ein lange (z)erarbeitetes Projekt endlich loszulassen, hätte ich nie erwartet, wie wertvoll es sein würde, mehr als nur den engsten Kreis in meine kreative Blase einzuladen. Neue Einflüsse und Perspektiven habe ich gewonnen und bin motivierter denn je, weiter an meiner Musik zu feilen und sie zu teilen.



Zweifel und Verletzlichkeit


Kurz vor der Veröffentlichung von Schwimmbadblau konnte ich den Song nicht mehr hören - vielleicht, weil ich ihn bereits zu viele Stunden kleinlich dissektiert hatte, aber auch, weil die Angst zu groß war, nachträglich Fehler zu entdecken, ohne Möglichkeit zur Verbesserung.


Egal, wie viel Mühe und Hingabe in ein Projekt fließen - manchmal lässt sich die innere Stimme der Kritik einfach nicht übertönen. Umso schneller fühlt man sich wie ein Hochstapler - sei es auf LinkedIn oder Spotify, der ständige Vergleich mit anderen erschwert es, sich am richtigen Platz zu fühlen und gerade in unbekannten Umgebungen Fuß zu fassen. In kreativen Projekten legt man häufig viel Persönliches und Intimes offen, was die Verletzlichkeit gegenüber Kritik verstärkt. Wie also entkommt man diesem Zyklus der Selbstzweifel? Ähnlich wie in der Therapie von Phobien und Angststörungen ist die bewusste Exposition unvermeidlich. Vermeidungsverhalten ist auf Dauer keine Lösung und führt höchstens dazu, dass Selbstzweifel bestehen bleiben … und unzählige Bytes an sphärischen Klängen auf der Festplatte verstauben.


Nach meiner ersten Veröffentlichung kann ich bestätigen, dass genau diese Überwindung der Unsicherheit und das Offenlegen seiner selbst auch der Schlüssel zu mehr Kreativität und Wachstum sein kann.


P.S.: Außerdem erinnert mich dieser kurze Absatz mal wieder daran, meiner alteingesessenen Wespenphobie entgegenzuwirken. Denn weitere Outdoor-Marmeladen-Brunches in Berlin möchte ich nicht mehr missen!


Neue Perspektiven


In meinen Lieblingsmomenten während der Produktion meines Songs war ich nie ganz allein. Auch wenn ich seit dem Umstieg auf Heimproduktion unglaublich viel Freiheit gewonnen habe, kann das Ganze auch ziemlich einsam werden, und ich vermisse manchmal die Dachbodenproben mit meiner alten Band. Vielleicht hätte es mich daher nicht überraschen sollen, wie positiv und inspirierend das Feedback von anderen sein kann – aber es hat mich doch völlig unerwartet getroffen!


Besonders unterschätzt habe ich, wie mein erster Song mich wieder mit alten Freunden verbindet und auch Resonanz findet. Die Bandbreite an Musikgeschmäckern in meinem Umfeld hat das spezifische, detailreiche Feedback besonders spannend und hilfreich gemacht. Ich bin dadurch noch offener für äußere Einflüsse geworden und auch ein wenig entspannter, da die Meinungen oft stark auseinandergehen. Am Ende geht es um persönliche Präferenzen, und welche Rückmeldungen ich einarbeite, bleibt ganz mir selbst überlassen.

What's Next?


Durch das Feedback habe ich nicht nur zwischenmenschliche Verbindungen gestärkt, sondern auch mehr Vertrauen in mich selbst und meine musikalischen Fähigkeiten gewonnen. Das Veröffentlichen wird zur kleinen Übung im Umgang mit Unsicherheit, die mich immer wieder ermutigt, Neues zu schaffen. Mit jeder Veröffentlichung schließt sich die Schleife der Verstärkung ein weiteres Mal und stärkt mich für den nächsten kreativen Sprung.


Und wahrscheinlich erst durch diese Zeilen der Selbsterkenntnis habe ich die Bedeutung meiner Veröffentlichung und deren Effekte wirklich verinnerlicht. Danke also auch an euch für die Motivation, diese Schleife aufrechtzuerhalten … und zwar schon bald durch das nächste Release!



 
 
 

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