Ziellos ans Ziel kommen: Kreativität aus Spaß an der Sache
- Nelia

- 8. Nov. 2024
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 20. Aug. 2025
Ein konkretes Endziel wie eine Veröffentlichung ist unglaublich motivierend, besonders im Zusammenhang mit Feedback. Allerdings kann es auch schnell zu Druck und Frustration führen, wenn nicht alles wie geplant läuft. Um mir nicht die Freude an meiner Leidenschaft zu nehmen, hilft es mir, ab und zu einfach aus Spaß und ohne Ziel zu musizieren. Am liebsten improvisiere ich zusammen mit Freunden oder setze mich allein mit meinem Kaffee ans Klavier. Warum genau das so unglaublich wichtig ist (und viel zielführender als gedacht!), erfahrt ihr in den nächsten Absätzen.
Unbeschwertheit durch Improvisation

Der spielerische Umgang mit Musik versetzt uns zurück in unsere kreativen Anfangszeiten, die vollgepackt waren mit Freiheit und Experimentierfreude. Genau diese Gefühle lassen sich beim Improvisieren herbeiführen. Spontanes Musizieren ohne festgelegte Struktur verbessert unsere musikalische Kreativität und unseren Selbstausdruck¹. Improvisieren ohne Zielsetzung und Bewertung steigert sogar unsere Originalität und Flüssigkeit beim Spielen und hat einen geradezu befreienden Effekt².
Außerdem fördert Improvisieren auch bei Nicht-Musikern das kreative Denken³. Wir werden flexibler und ideenreicher und entwickeln uns zu Innovatoren und effizienten Problemlösern⁴. Improvisation kann daher eine wertvolle Ressource sein, die uns inspiriert und die Freiheit gibt, uns auch in vielen Bereichen außerhalb des rein Künstlerischen auszudrücken.
Kreativität als Selbstzweck
Auch ohne ein Ziel vor Augen ist der kreative Akt inspirierend. Losgelöst von äußeren Erwartungen sind wir besonders frei in unserem Ausdruck und schöpfen die Motivation aus uns selbst heraus. In der Psychologie bezeichnet man diese Art der Motivation als intrinsische Motivation, die für unsere Kreativität essenziell ist. Bereits während des Schaffens sind wir angeregt und erleben uns als kompetent und selbstbestimmt. Wir müssen also nicht auf die Konsequenzen unserer Kreativität warten, um erfüllt zu sein!
Sobald wir beispielsweise von der Veröffentlichung eines Songs und der damit verbundenen Anerkennung motiviert sind, sprechen wir von extrinsischer Motivation. Lange wurde in der Psychologie nur die intrinsische Motivation als Schlüssel zur Kreativität betrachtet, doch aktuelle Forschung geht von einem Zusammenspiel beider Motivationsarten aus⁵. Wir können also sowohl während als auch nach dem Musizieren oder anderen Arten des kreativen Ausdrucks verschiedene Bedürfnisse erfüllen, Ziele verfolgen und uns von diesen motivieren lassen.
Den Flow-Zustand erreichen

Im Flow zu sein bedeutet, sich vollkommen in eine kreative Tätigkeit zu vertiefen und hinzugeben. Wir verschmelzen mit der Musik, fokussieren unsere gesamte Aufmerksamkeit auf unser Schaffen und fühlen uns kreativer und glücklicher⁶. Ein intensives Flow-Erlebnis hatte ich einmal während einer Jamsession mit meiner Band. Ohne festen Plan improvisierten wir gemeinsam, und nach kurzer Zeit schien die Musik wie von selbst zu fließen. Wir waren alle ganz im Moment, probierten neue, ungewöhnliche Melodien und Rhythmen aus und fühlten uns durch die Musik tief verbunden.
Der Flow-Zustand ist daher ideal für Kreative und kann zu einem inneren Motivator werden⁷. Er treibt uns immer wieder an, indem er Freiraum für kreative Entfaltung bietet und das Musizieren selbst erfüllend macht.
Das Schöne ist: Flow kannst du nicht nur durch Musik erleben! In vielen alltäglichen Tätigkeiten wie Schreiben, Kochen oder Sport kannst du in den Flow-Zustand kommen, wenn du dich ganz auf den Moment konzentrierst und Freude an der Aktivität selbst findest. Dieser Zustand befreit dich von Stress und Selbstzweifeln und stärkt sowohl deine Motivation als auch dein Wohlbefinden⁸.
Tipps um leichter in den Zustand zu kommen:
Wähle die richtige Herausforderung
Der Flow stellt sich leichter ein, wenn du dich weder unter- noch überfordert fühlst. Improvisiere zum Beispiel mit dir bekannten Melodien oder Akkordabfolgen, um in den Flow zu finden.
Fokussiere dich auf den Prozess
Ziellos ans Ziel kommen ist das Leitbild für den Flow-Zustand! Frage dich während des kreativen Arbeitens: „Bin ich vollständig in meine Tätigkeit vertieft, ohne an das Endprodukt oder eine Bewertung zu denken?“
Entwickle ablenkungsfreie Routinen
Plane regelmäßige, feste Zeiten, in denen du ungestört deiner kreativen Arbeit nachgehen kannst. Mit der Zeit wird es dir immer leichter fallen, den Kopf freizumachen und schneller in den kreativen Flow zu kommen.
Fördere deine Achtsamkeit⁹
Bewusstes Atmen, eine kurze Meditation oder eine leichte Aufwärmübung helfen dir, im Hier und Jetzt anzukommen und erleichtern den Einstieg in den Flow.





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