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Worte finden: über Kreativität und Psychologie

  • Autorenbild: Nelia
    Nelia
  • 18. Okt. 2024
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 26. Okt. 2024

Als ich zwölf wurde, richtete mir mein Onkel eine eigene Website ein - mit quitschgrünem Hintergrund und dem Blumen-umrahmten Titel Nelia’s Welt. Und nun, 15 Jahre später, habe ich endlich genug Worte, um sie zu füllen. Aus Grün wurde Blau, und Blumen ersetzt durch den wolkigen Himmel über Berlin. Aber meine Welt ist es mehr denn je!


Mein allererster Release war genau zum richtigen Zeitpunkt der Startschuss mit Blick nach vorne. Ironischerweise habe ich seit Schwimmbadblau nicht mehr das Gefühl, in vager Kreativität zu treiben, sondern mehr Klarheit über die anstehenden Dinge zu haben.



Raus aus der Innenwelt


Abgesehen von einem Ort, an dem ich meine letzten Releases sammle, möchte ich mit meiner Website und dem dazugehörigen Worte finden auf eine kreative Reise gehen. Irgendwann will ich mein Album abspielen und genau wissen, wie und warum ich ihm/ihr/es diese Worte in den Mund gelegt haben.


Kreatives scheint manchmal ungreifbar und unkontrollierbar zu sein. Deshalb ist es umso wichtiger, mit Hilfe dieses Blogs Klarheit darüber zu gewinnen, wo ich gerade in meinem musikalischen Projekt stehe, wohin ich möchte und was mir dabei hilft. Welche psychologischen Mechanismen fördern Motivation und Inspiration? Wie überwinde ich Blockaden und gehe mit Rückschlägen um?


Und was, wenn es mal keine Antwort auf eine Frage gibt? Umso besser! Denn das Schöne an offenen Enden ist die Spannung der Unvollständigkeit. Sie motiviert nicht nur mich, sondern hoffentlich auch dich, dran zu bleiben, bis das fehlende Puzzleteil gefunden ist.


Die selbsterfüllende Prophezeiung


So wurde jedenfalls der Samen für diese Website gesät. Nach einem Selbststudium im TikTok-Universum anderer unabhängiger Künstler*innen war mir klarer denn je, dass ich meine EP ähnlich wie jedes andere professionelle Projekt angehen muss: mit ordentlich Disziplin und einem genauen Plan. Und was mir fünf Jahre Psychologiestudium beigebracht haben, ist, dass man mit kleinen Einflüssen wunderbar sein eigenes Verhalten gezielt verändern kann.


Kennt ihr den Begriff der selbsterfüllenden Prophezeiung? In der Psychologie beschreibt er ein Phänomen, bei dem unsere Erwartungen und Überzeugungen - ob positiv oder negativ - unser Auftreten, unsere Entscheidungen und sogar unsere Interaktionen mit anderen beeinflussen. So kann es passieren, dass wir genau die Ergebnisse herbeiführen, die wir uns erhoffen oder fürchten. Wenn ich mich als erfolgreiche Musikerin sehe, kann ich dieses Selbstbild aktiv durch meine Handlungen stärken - und was zeugt mehr von Etablierung als eine eigene Website? Gleichzeitig signalisiere ich der Außenwelt, dass ich meine Musik ernst nehme und andere damit erreichen möchte, was wiederum mein Fremdbild stärkt und die Wahrscheinlichkeit erhöht, von anderen als erfolgreiche Musikerin wahrgenommen zu werden.


Mit dieser Website manifestiere ich also die nächsten 30 Songs und unzählige Streams, um mein eigenes Verhalten und das Verhalten anderer zu beeinflussen und die Chancen auf Erfolg du steigern. (Ob das gelingt, erfahrt ihr in den nächsten Monaten.)

 
 
 

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